Allgemeiner Bericht: Feuerwehr Bodenseekreis
06.Apr.2015
Politik will Feuerwehr unterstützen

Feuerwehren retten 189 Menschen bei 2.303 Einsätzen

Bodenseekreis – Die 23 Freiwilligen Feuerwehren und die fünf Werkfeuerwehren im Landkreis rückten 2014 insgesamt 2.303 mal zum Einsatz aus und retteten dabei 189 Menschen aus Lebensgefahr, die Personaldecke ist jedoch nicht mehr so komfortabel wie früher und für die Zukunft könnte es eng werden, wenn die Politik nicht gegensteuert. Diese und andere Themen präsentierten der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Hauptbrandmeister Günther Laur, sowie Kreisbrandmeister Henning Nöh bei der Verbandsversammlung am 27.03.2015 in der Seldner-Halle in Tettnang-Kau. Landrat Lothar Wölfle und andere Politiker unterstrichen die Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation zwischen Kommunen und Feuerwehren beziehungsweise Landkreis und Feuerwehrverband, um die personellen Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Die Gästeliste legte ein beredtes Zeugnis davon ab, daß Feuerwehr im Bodenseekreis einen hohen Stellenwert genießt und deren Themen ernst genommen werden: neben Landrat Lothar Wölfle waren mit Lothar Riebsamen als Bundestagsabgeordnetem sowie Ulrich Müller und Martin Hahn als Landtagsabgeordnete nicht nur hochrangige Vertreter der Bundes- und Landespolitik der Einladung gefolgt sondern auch eine ganze Reihe von Bürgermeistern oder deren Stellvertreter sowie Vertreter anderer Behörden, Hilfsorganisationen und befreundeter Verbände.

Einig waren sich die Politiker mit der Führungsspitze der Feuerwehr, daß es keine „Nachwuchssorgen der Feuerwehr“ sind, wenn der demografische Wandel und andere Trends für rückläufige Mitgliederzahlen in den Einsatzabteilungen sorgen, sondern daß dies ernst zu nehmende Probleme der Allgemeinheit sind, die die Gemeinden ganz direkt betreffen und an deren Lösung sie verstärkt mitarbeiten müssen.

„Politik und Feuerwehren müssen gemeinsam eine Strategie für die Zukunft entwickeln“, forderte etwa der Tettnanger Bürgermeister Bruno Walter. Feuerwehrdienst sei eben nicht irgendein Hobby, dem man „zweimal die Woche, bei schönem Wetter und in der Freizeit“ nachgehe, wenn man dazu Lust habe sondern „24 Stunden Dienst an 365 Tagen im Jahr“. Am Beispiel seiner Stadt stellte der Bürgermeister dar, daß man in der jüngsten Vergangenheit bei der Feuerwehr zwar 2,5 Millionen Euro in Fahrzeuge und Gebäude investiert habe, gab aber gleichzeitig zu bedenken: „Das Geld ist nur Eine. Die Herausforderung liegt heute viel mehr auf der Personalseite“.

Ähnlich sahen dies auch die Abgeordneten Lothar Riebsamen, Ulrich Müller und Martin Hahn in Ihren Grußworten. Sie sicherten den Feuerwehren Unterstützung im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten zu. Landrat Lothar Wölfle versprach, daß der Landkreis auch künftig die Feuerwehren unterstützen werde. Er verwies neben den in jüngster Vergangenheit getätigten Beschaffungen auch auf zwei konkrete aktuelle Maßnahmen. Zum einen habe der Kreistag in seiner letzten Sitzung die Übergabe des ausgemusterten Gerätewagens Strahlenschutz an den Kreisfeuerwehrverband beschlossen, wo das Fahrzeug zu einem „Infomobil“ für die Öffentlichkeitsarbeit umgerüstet werden soll. Zum anderen arbeite man daran, die Feuerwehren von der in jüngster Zeit zunehmend kritisch diskutierten Ölspurbeseitigung zu entlasten. „Das Thema kam an, Kreis und Gemeinden arbeiten daran, eine gute Lösung zu finden“, sagte der Landrat. Wölfle bekräftige, auch künftig ein offenes Ohr für kritische Themen haben zu wollen. „Ich sehe überhaupt keine Wolken am blauen Himmel des Miteinanders zwischen Landkreis und Kreisfeuerwehrverband“, so Wölfle weiter.

Der Verbandsvorsitzende, Günther Laur, teilte mit, daß der Kreisfeuerwehrverband derzeit im Auftrag der Gemeinden ein umfangreiches Werbekonzept zur Mitgliedergewinnung erarbeite und dies den Bürgermeistern samt Kostenkalkulation demnächst vorstellen werde. „Wenn wir von dort grünes Licht bekommen, machen wir mit der Umsetzung weiter“. Außerdem appellierte Laur an die Gemeindevertreter, die Umstellung auf die neue Uniform und Dienstkleidung rasch zu unterstützen: „Die Uniform ist das zentrale Identifikationsmittel in der Öffentlichkeit, jeder Feuerwehrangehörige muss damit ausgerüstet werden“. Um hier die Kosten möglichst niedrig zu halten, hätte sich ein Großteil der Gemeindefeuerwehren auf Kreisebene bereits zusammengeschlossen, um über eine gemeinsame Beschaffung Einsparungen realisieren zu können, so Laur weiter.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung verdienter Feuerwehrleute. Um hier mehr Möglichkeiten als bisher zu schaffen, besonderes Engagement angemessen zu würdigen, hatte der Kreisfeuerwehrverband unlängst beschlossen, als Ergänzung zu dem seit langem bestehenden aber nur äußerst selten verliehenen Ehrenkreuz in Gold, die Stufen Bronze und Silber neu zu stiften.

Der erste Feuerwehrmann, der mit dem neuen Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet wurde, war Brandmeister August Schmid von der Feuerwehr Heiligenberg. Schmid wurde insbesondere für sein langjähriges Wirken als Führungskraft in der Ortsteilwehr Wintersulgen geehrt, wo er seit 15 Jahren als Abteilungskommandant tätig ist und erst kürzlich für eine vierte Amtszeit wiedergewählt wurde.

Brandmeister Wolfgang Käppeler von der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen war der erste Empfänger der neu gestifteten Silberstufe. Käppeler war ebenfalls lange Jahre als Abteilungskommandant in seinem Heimatort Nesselwangen tätig. Darüber hinaus engagiert er sich als Ausbilder in der Truppmann- und Truppführerausbildung. Dieselbe Auszeichnung ging an den scheidenden stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart Felix Schmitt für seine Verdienste um die Jugendarbeit.

Oberbrandmeister Josef Schmidmeister von der Feuerwehr Deggenhausertal und Kreisjugendfeuerwehrwart Harald Stöhr aus Friedrichshafen wurden für ihr ebenfalls weit überdurchschnittliches Engagement mit der Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Brandmeister Wolfgang Leber von der Feuerwehr Friedrichshafen erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze verliehen, mit dem unter anderem dessen Engagement als „Fachgebietsleiter Funkwesen“ und als Mitglied im Führungsstab gewürdigt wurden.

Mit der zweithöchsten Auszeichnung, die im deutschen Feuerwehrwesen überhaupt vergeben wird, dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber wurde Oberbrandmeister Hubert Ehing von der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen geehrt. Ehing ist in seiner Heimatfeuerwehr nicht nur als Zugführer sowie als Ausschussmitglied besonders aktiv. Auch sonst ist er Feuerwehrmann mit Leib und Seele und beinahe jedem aktiven Feuerwehrangehörigen im Kreis persönlich bekannt, was darauf zurück zu führen ist, daß er vom Beginn der Ausbildung auf Kreisebene an als Ausbilder im Bereich Atemschutz aktiv ist.


Christian Gorber, Oberbrandmeister
Kreisfeuerwehrpressesprecher


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Landrat Lothar Wölfle bekräftige das gute Verhältnis zwischen Landkreis und Verband

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v. l. n. r.: Verbandsvorsitzender Günther Laur mit den Geehrten: Oberbrandmeister Hubert Ehing, Oberbrandmeister Josef Schmidmeister, Brandmeister Wolfgang Käppeler, Brandmeister August Schmid, Oberlö

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Kreisbrandmeister Henning Nöh gratuliert Oberbrandmeister Hubert Ehing von der Überlinger Feuerwehr zur zweithöchsten deutschen Auszeichnung

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Verbandsvorsitzender Günther Laur zeichnet Brandmeister Wolfgang Käppeler mit dem Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Bronze aus.
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