Einsatzbericht: Feuerwehr Bodenseekreis
23.Jul.2016
Schlammschlacht nach Unwetter

Feuerwehren im Dauereinsatz – Schwerpunkt im Raum Frickingen

Bodenseekreis – Das Unwetter, welches am Freitagnachmittag mit Spitzenwerten von bis zu 52 Litern Regen pro Quadratmeter über dem Bodenseekreis niederging, hielt zahlreiche Freiwillige Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk (THW) im Landkreis in Atem. Schwerpunkt waren die Gemeinden Frickingen und Heiligenberg im westlichen Bodenseekreis; weitere Einsätze waren zudem im östlichen Kreisgebiet im Bereich von Tettnang und Kressbronn zu leisten. Insgesamt rückten die Freiwilligen Feuerwehren im Bodenseekreis zu rund 50 Einsätzen aus.

Kurz nach 16 Uhr 30 erreichten erste Notrufe die integrierte Leitstelle des Bodenseekreises aus dem Bereich Heiligenberg. Hier wurden erste volllaufende Keller und Schlammmassen auf den Straßen gemeldet. Etwa zehn Minuten später gingen dann auch aus Frickingen entsprechende Notrufe ein, die ein zunehmend dramatisches Lagebild ergaben. Am nördlichen Ortsrand hatte sich der Dorfbach in einen reißenden Strom verwandelt und überflutete die komplette Mühlenstraße. Schlamm und Geröll bahnten sich ihren Weg in den tiefer gelegenen Ortskern und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Der Strom flutete zahlreiche Keller und schwemmte tonnenweise Schlamm und Sand in den Ort.

Besonders schwer wurde ein holzverarbeitender Betrieb getroffen, bei dem der aus seinem Bett getretene Bach das Gelände überflutete und eine Werkstatt, in der größere Mengen Kraft- und Betriebsstoffe gelagert waren, unter Wasser setzte. Wegen der Gefahren für die Umwelt bildete diese Einsatzstelle aus der Sicht der Feuerwehr den lokalen Einsatzschwerpunkt. Hier waren in der Folge dann auch der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen sowie ein Spezialfahrzeug mit einem Saugbehälter der Freiwilligen Feuerwehr Ravensburg im Einsatz, um mehrere tausend Liter Öl-/Wasser-Gemisch abzupumpen. Ebenfalls mit diesem Spezialfahrzeug wurde der Ölabscheider eines Autohauses entlastet, der infolge des Unwetters vollgelaufen war.

Koordiniert wurden die insgesamt über 20 Einsatzstellen im Feuerwehrgeräthaus. Hier hatte sich um Kommandant Josef Kessler, Einsatzleiter Tobias Matt und die Führungsgruppe Salemer Tal ein Stab gebildet, dem auch Bürgermeister Jürgen Stukle, Bauhofleiter Karl Keller, Kreisbrandmeister Henning Nöh und Susanne Krökel vom Amt für Wasser- und Bodenschutz des Landratsamts Bodenseekreis angehörten.

Die Einsatzmaßnahmen dauerten bis gegen 2 Uhr 30 an. Insgesamt waren die Feuerwehren aus Frickingen, Heiligenberg, Salem, Friedrichshafen und Ravensburg mit 103 Mann im Einsatz, das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehren mit sieben Helfern.


Christian Gorber, Oberbrandmeister
Kreisfeuerwehrpressesprecher




Bildvergrößerung bitte klicken!!

Bildvergrößerung bitte klicken!!

Bildvergrößerung bitte klicken!!

Bildvergrößerung bitte klicken!!
Zurück zur Übersicht